Montag, 26. Dezember 2011

Wieso der 31. Dezember Silvester heisst


Die Festlichkeiten an Silvester kennen wir alle, doch
nach wem der Tag benannt ist, weiss fast niemand

Wieso der letzte Tag des Jahres Silvester heisst
 
Silvester, das grosse Fest zum Jahresende kennen alle und feiern alle! Doch nach wem der Tag benannt ist, weiss fast niemand. Ein Papst aus dem 4. Jahrhundert gibt dem letzten Tag im Jahr seinen Namen. Papst (Konstantin) Silvester I verstarb am 31. Dezember 335 und wurde somit rein zufällig der meist gefeierte Papst aller Zeiten. Silvesterparty, Silvesterfeuerwerk, Silvestermenü - viel Ehre für den Papst Silvester I, dessen Namen heute wohl in Vergessenheit geraten wäre, hätte er einen Tag früher das Zeitliche gesegnet.
 
Lange Zeit wurde im christlichen Kalender jedoch die Geburt von Jesus am 25. Dezember, als Jahresbeginn gefeiert. Erst 1582, als der Gregorianische Kalender eingeführt wurde, setzte sich der 1. Januar allmählich durch, wenn auch die katholische Kirche noch über 100 Jahre dafür brauchte.
 
Die unterschiedlichen Religionen und Zeitrechnungen führen weltweit zu unterschiedlichen Daten für den Jahresbeginn. Das orthodoxe Neujahr wird am 14. Januar gefeiert, das jüdische Neujahr findet jeweils zwischen dem 5. September und dem 5. Oktober statt, das muslimische Neujahrsfest wurde 2011 zum Beispiel am 26. November gefeiert und in China wird das Jahr des Wasser-Drachen am 23. Januar 2012 starten.
 
Der Silvester und Neujahr Brauchtum in Mexiko wird zwar nicht mit Papst Silvester in Verbindung gebracht, doch die Festlichkeiten des Año Nuevo sind auch in Mexiko ein grosses Ereignis und mit vielen bekannten, aber auch kuriosen Traditionen verbunden.
 
Feliz Año Nuevo!!
   
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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Mariachi-Musik wird UNESCO Kulturerbe


Mariachi-Musik als mexikanisches Weltkulturerbe
Die Tradition der Mariachi-Musik wurde von der
UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommebn

Lieder über Heldentaten und Liebe

Mexiko besitzt bereits zahlreiche herausragende Sehenswürdigkeiten, welche als UNESCO Weltkulturerbe deklariert wurden, wie zum Beispiel die Pyramiden von Teotihuácan, die Maya Ruinen von Chichén Itzá, das historische Zentrum von Guanajuato und die Altstadt von Oaxaca.

Weniger bekannt sind die immateriellen Kulturerben der UNESCO. Dabei werden gelebte Traditionen, kulturelle Ausdrucksformen wie Theater, Musik, Tanz, sowie Sprachen, Brauchtum und Feiertage gewürdigt und geschützt.

Letzten Monat wurde von den UNESCO-Experten die mexikanische Mariachi-Musik als solches immaterielles Kulturerbe anerkannt. Die meist aus Gitarren, Geigen, Trompeten und Sängern bestehenden Musikformationen haben eine lange Tradition in Mexiko. Die Wiege der Mariachi liegt im Bundesstaat Jalisco, wobei unterschiedliche regionale Stile wie Son, Ranchera, Danzón und sogar die aus Kolumbien stammende Cumbia die Musik beeinflussen. Die gefühlvollen Lieder über Heldentaten, Heimweh und die Liebe, haben sich zu einer Art Nationalhymne Mexikos entwickelt und erfreuen sich einer ausserordentlichen Beliebtheit bei jung und alt.

Die Musik der Mariachi ist ein wichtiger Bestandteil der mexikanischen Kultur und wahrlich eine erhaltenswerte Tradition.

Montag, 28. November 2011

Internationale Buchmesse in Guadalajara


Feria Internacional del Libro de Guadalajara 2011
Internationale Buchmesse von Guadalajara
mit Deutschland als Gastland

Gastland Deutschland an Messe in Mexiko

Die Feria Internacional del Libro de Guadalajara (FIL), die 25. Austragung der Internationalen Buchmesse von Guadalajara, hat am 26.11. ihre Tore geöffnet. Bis am 4. Dezember wird wiederum einiges los sein auf dem Ausstellungsgelände der Expo Guadalajara. Nach den Panamerikanischen Spielen rückt also die mexikanische Metropole im Westen des Landes erneut ins internationale Rampenlicht. 
  
Neben Millionen von Büchern, welche die rund 2'000 Buchverlage präsentieren, werden auch zahlreiche Vorlesungen und Autogrammstunden bekannter Autoren stattfinden, Konferenzen und literarische Diskussionsrunden veranstaltet und verdienten Schriftstellern die Anerkennung ausgesprochen und Literaturpreise verliehen. Ein wirklich vollgepacktes Messeprogramm, welches die Leute auch zu einem mehrmaligen Besuch animieren soll. Im Gegensatz zu anderen Buchmessen mit dem Fokus auf die Fachspeziallisten, ist Guadalajara vor allem eine Veranstaltung fürs Publikum, unter anderem auch mit speziellen Bereichen für Kinder und Jugendliche.
 
Bei der Messe dreht sich jedoch nicht alles nur um Bücher, sie möchte als gesamtheitliches kulturelles Festival wahrgenommen werden, mit einem attraktiven Rahmenprogramm mit Kunst, Theater und Musik, unter anderem mit den beliebten gratis Konzertveranstaltungen auf dem Vorplatz der Messe.
 
Die Feria Internacional del Libro wurde vor 25 Jahren von der Universidad de Guadalajara ins Leben gerufen, damals noch in einem sehr überschaubaren Rahmen. Heutzutage hat sie sich als wichtigste Literaturmesse in Lateinamerika und als weltweit zweitgrösste nach der Frankfurter Buchmesse etabliert. Nur schon deshalb war es an der Zeit, Deutschland als Ehrengast an der diesjährigen FIL willkommen zu heissen, dem ersten Gastland mit einer in Lateinamerika nicht heimischen Sprache. Zahlreiche im deutschen Pavillon präsentierten Werke sind auf deutsch und spanisch erhältlich, an der Sprachbarriere soll das Experiment nicht scheitern. 
  


Freitag, 11. November 2011

Mexiko plant unterirdische Pyramide


Die in Mexiko-Stadt geplante unterirdische Pyramide würde
mitten auf dem grössten Platz der Hauptstadt entstehen
(Fotoquelle: Bunker Arquitectura)

Wolkenkratzer unter der Erde
 
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden die höchsten Gebäude der Welt gebaut. In Mexiko möchte man den umgekehrten Weg einschlagen und abwärts bauen. Das wäre dann wohl ein Erdkratzer als Gegenpool zum Wolkenkratzer.
 
Dort wo vor vielen Jahren die Azteken die Pyramiden ihrer Hauptstadt Tenochtitlán errichteten, hat das mexikanische Architekturbüro Bunker Arquitectura Pläne für den Bau einer unterirdischen Pyramide präsentiert. Mitten in Mexico-City, auf der Plaza de la Constitución, soll ein 300 m tiefes Loch gebuddelt werden, für den Bau des weltweit ersten Erdkratzers. Dank der Gebäudestruktur einer invertierten Pyramide, soll für genügend Frischluft und Tageslicht aller 65 Stockwerke gesorgt sein. Ein riesiger Glasdeckel wäre das verbindende Element für das Leben unter und über der Erde. Somit könnte der von den Mexikanern liebevoll Zocalo genannte Platz, übrigens einer der grössten Plätze der Welt, weiterhin als beliebter Treffpunkt für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Auch die riesige Nationalflagge von Mexiko in der Mitte des Platzes würde selbstverständlich weiterhin bestehen bleiben.
 
Das architektonische Kunstwerk würde neben Wohnungen, Büros und Geschäften auch ein Museum und Parkanlagen beinhalten. Oder sogar ein Hotel? Neben dem Reiz im Erdinnern zu übernachten, ist es auch ein top Lage im Herzen der historischen Altstadt von Mexiko-Stadt, umgeben von der grössten Kathedrale des Landes und des Regierungssitzes des mexikanischen Präsidenten. Ob das wahrlich futuristische Projekt je umgesetzt werden kann wird sich zeigen!
 
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Zum Thema mexikanische Architektur könnte Sie auch der Blog-Beitrag über den Prachtsbau des Soumaya Museums in Mexiko City interessieren, mit seiner eindrücklichen Kunstsammlung des Milliardärs Carlos Slim.

Dienstag, 1. November 2011

Dia de Muertos in Patzcuaro


Calavera Catrina - Symbol am Tag der Toten in Mexiko
Calavera Catrina - die Skelett-Dame mit modischem Kopfschmuck
ist ein mexikansiches Symbol für den Dia de Muertos, den Tag der Toten

Die Nacht, in der die Toten zurückkehren

"Unsere verstorbenen Familienangehörigen wollen uns nicht trauern sehen, sondern möchten ihren Tod mit unserer Lebensfreude kompensieren", erklärt uns Felipe Aguilar, als wir zusammen gemütlich durch die Gassen von Pátzcuaro schlendern. Die ganze Region rund um den Pátzcuaro-See ist bekannt für seine eindrücklichen Feierlichkeiten am Tag der Toten, dem Dia de Muertos.
  
Was uns kurios erscheinen mag, dass die Toten gefeiert werden, ist in Mexiko eine uralte Tradition. "Der Tod wird respektiert, aber nicht gefürchtet“, bringt es Felipe auf den Punkt. Im Glauben der Mexikaner, ist es der Tag an dem die Toten zurückkehren, um die Hinterbliebenen zu besuchen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
   
Wir sind beim Friedhof von Pátzcuaro angelangt. Rundum herrscht eine faszinierende Atmosphäre, eine Mischung aus Ruhe und Fiesta. Die einten Familienbanden sitzen auf dem Boden und starren andächtig in das flackernde Kerzenlicht, wiederum andere diskutieren und kichern vor sich hin. Felipe weist uns darauf hin, dass oft die Lebensgeschichte und lustige Anekdoten der Verstorbenen wiedergegeben werden.
   

Vorsichtig bahnen wir uns einen Weg zwischen den Leuten durch in den hinteren Teil des Friedhofes. Felipe stellt uns seinen beiden Brüdern, seiner Schwester und deren Sohn vor, welche hier auf mitgebrachten Klappstühlen vor einem Fleckchen Erde sitzen, dem Grab der vor rund zwei Jahren verstorbenen Eltern und weiterer Verwandten der Familie Aguilar. Frische orange-gelbe Blumen verzieren das Grab und rundherum flackern weisse Kerzen als einzige Lichtquelle. Felipe wird die Nacht am Grab verbringen, und zu Ehren der Toten beten. "Aber schau mal", sagt Felipe lächelnd und stemmt eine Flasche Tequila hoch und fügt an: "Wir werden auch unseren Spass haben, genau wie es meine Eltern gewollt hätten!"

   

Samstag, 29. Oktober 2011

Dia de Muertos, Tag der Toten in Mexiko

Ein reich dekorierter Altar für die Festlichkeiten
des Dia de Muertos - dem Tag der Toten in Mexiko

Der Besuch aus dem Reich der Toten

Gelb-orange Cempazúchitl Blumen, Früchte wie Orangen und Bananen, Skelette aus Pappmaché und kleine Totenschädel aus Zuckerguss schmücken den errichteten Alter. Zahlreiche Kerzen flackern, ein Weihrauchduft hängt in der Luft. Die Festtafel ist angerichtet. Die Lieblingsgerichte und Lieblingsgetränk stehen bereit, gleich neben einem eingerahmten Foto des Verstorbenen. Alles ist bereit für den Besuch der Toten, am Dia de Muertos in Mexiko kehren die verstorbenen Seelen heim.
 
Laut mexikanischer Tradition kehren die Toten einmal pro Jahr, am 1. und 2. November, aus dem Jenseits zurück, um gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Fest mit Musik, Tanz und gutem Essen zu feiern, um damit die Seelen mit den weltlichen Freuden zu verwöhnen. Schon die Azteken glaubten der Tod sei der Anfang eines neuen Lebens. Anderseits bedeutet der Tod auch die letztendliche Befreiung. Die Mexikaner machen sich lustig darüber, mit Ironie und Sarkasmus. Der Tod ist allgegenwärtig und schlicht ein Teil des Lebens.
 
Seit einigen Jahren wird leider der typische, mexikanische Brauch des Dia de Muertos vom kommerziell veranlagten Halloween aus den USA mit seinen Kürbisköpfen und Kostümpartys ein wenig entzaubert. Nichtsdestotrotz ist der Tag der Toten eines der grössten und bedeutendsten Volksfeste in Mexiko. Die Art und Weise der Festlichkeiten mag uns befremdlich erscheinen, doch schlussendlich geht bei diesem traditionellen Brauchtum vor allem darum, den Toten zu gedenken und ihnen die Ehre erweisen. Es lebe der Tod!