Freitag, 11. November 2011

Mexiko plant unterirdische Pyramide


Die in Mexiko-Stadt geplante unterirdische Pyramide würde
mitten auf dem grössten Platz der Hauptstadt entstehen
(Fotoquelle: Bunker Arquitectura)

Wolkenkratzer unter der Erde
 
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden die höchsten Gebäude der Welt gebaut. In Mexiko möchte man den umgekehrten Weg einschlagen und abwärts bauen. Das wäre dann wohl ein Erdkratzer als Gegenpool zum Wolkenkratzer.
 
Dort wo vor vielen Jahren die Azteken die Pyramiden ihrer Hauptstadt Tenochtitlán errichteten, hat das mexikanische Architekturbüro Bunker Arquitectura Pläne für den Bau einer unterirdischen Pyramide präsentiert. Mitten in Mexico-City, auf der Plaza de la Constitución, soll ein 300 m tiefes Loch gebuddelt werden, für den Bau des weltweit ersten Erdkratzers. Dank der Gebäudestruktur einer invertierten Pyramide, soll für genügend Frischluft und Tageslicht aller 65 Stockwerke gesorgt sein. Ein riesiger Glasdeckel wäre das verbindende Element für das Leben unter und über der Erde. Somit könnte der von den Mexikanern liebevoll Zocalo genannte Platz, übrigens einer der grössten Plätze der Welt, weiterhin als beliebter Treffpunkt für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Auch die riesige Nationalflagge von Mexiko in der Mitte des Platzes würde selbstverständlich weiterhin bestehen bleiben.
 
Das architektonische Kunstwerk würde neben Wohnungen, Büros und Geschäften auch ein Museum und Parkanlagen beinhalten. Oder sogar ein Hotel? Neben dem Reiz im Erdinnern zu übernachten, ist es auch ein top Lage im Herzen der historischen Altstadt von Mexiko-Stadt, umgeben von der grössten Kathedrale des Landes und des Regierungssitzes des mexikanischen Präsidenten. Ob das wahrlich futuristische Projekt je umgesetzt werden kann wird sich zeigen!
 
---
 
Zum Thema mexikanische Architektur könnte Sie auch der Blog-Beitrag über den Prachtsbau des Soumaya Museums in Mexiko City interessieren, mit seiner eindrücklichen Kunstsammlung des Milliardärs Carlos Slim.

Dienstag, 1. November 2011

Dia de Muertos in Patzcuaro


Calavera Catrina - Symbol am Tag der Toten in Mexiko
Calavera Catrina - die Skelett-Dame mit modischem Kopfschmuck
ist ein mexikansiches Symbol für den Dia de Muertos, den Tag der Toten

Die Nacht, in der die Toten zurückkehren

"Unsere verstorbenen Familienangehörigen wollen uns nicht trauern sehen, sondern möchten ihren Tod mit unserer Lebensfreude kompensieren", erklärt uns Felipe Aguilar, als wir zusammen gemütlich durch die Gassen von Pátzcuaro schlendern. Die ganze Region rund um den Pátzcuaro-See ist bekannt für seine eindrücklichen Feierlichkeiten am Tag der Toten, dem Dia de Muertos.
  
Was uns kurios erscheinen mag, dass die Toten gefeiert werden, ist in Mexiko eine uralte Tradition. "Der Tod wird respektiert, aber nicht gefürchtet“, bringt es Felipe auf den Punkt. Im Glauben der Mexikaner, ist es der Tag an dem die Toten zurückkehren, um die Hinterbliebenen zu besuchen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
   
Wir sind beim Friedhof von Pátzcuaro angelangt. Rundum herrscht eine faszinierende Atmosphäre, eine Mischung aus Ruhe und Fiesta. Die einten Familienbanden sitzen auf dem Boden und starren andächtig in das flackernde Kerzenlicht, wiederum andere diskutieren und kichern vor sich hin. Felipe weist uns darauf hin, dass oft die Lebensgeschichte und lustige Anekdoten der Verstorbenen wiedergegeben werden.
   

Vorsichtig bahnen wir uns einen Weg zwischen den Leuten durch in den hinteren Teil des Friedhofes. Felipe stellt uns seinen beiden Brüdern, seiner Schwester und deren Sohn vor, welche hier auf mitgebrachten Klappstühlen vor einem Fleckchen Erde sitzen, dem Grab der vor rund zwei Jahren verstorbenen Eltern und weiterer Verwandten der Familie Aguilar. Frische orange-gelbe Blumen verzieren das Grab und rundherum flackern weisse Kerzen als einzige Lichtquelle. Felipe wird die Nacht am Grab verbringen, und zu Ehren der Toten beten. "Aber schau mal", sagt Felipe lächelnd und stemmt eine Flasche Tequila hoch und fügt an: "Wir werden auch unseren Spass haben, genau wie es meine Eltern gewollt hätten!"

   

Samstag, 29. Oktober 2011

Dia de Muertos, Tag der Toten in Mexiko

Ein reich dekorierter Altar für die Festlichkeiten
des Dia de Muertos - dem Tag der Toten in Mexiko

Der Besuch aus dem Reich der Toten

Gelb-orange Cempazúchitl Blumen, Früchte wie Orangen und Bananen, Skelette aus Pappmaché und kleine Totenschädel aus Zuckerguss schmücken den errichteten Alter. Zahlreiche Kerzen flackern, ein Weihrauchduft hängt in der Luft. Die Festtafel ist angerichtet. Die Lieblingsgerichte und Lieblingsgetränk stehen bereit, gleich neben einem eingerahmten Foto des Verstorbenen. Alles ist bereit für den Besuch der Toten, am Dia de Muertos in Mexiko kehren die verstorbenen Seelen heim.
 
Laut mexikanischer Tradition kehren die Toten einmal pro Jahr, am 1. und 2. November, aus dem Jenseits zurück, um gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Fest mit Musik, Tanz und gutem Essen zu feiern, um damit die Seelen mit den weltlichen Freuden zu verwöhnen. Schon die Azteken glaubten der Tod sei der Anfang eines neuen Lebens. Anderseits bedeutet der Tod auch die letztendliche Befreiung. Die Mexikaner machen sich lustig darüber, mit Ironie und Sarkasmus. Der Tod ist allgegenwärtig und schlicht ein Teil des Lebens.
 
Seit einigen Jahren wird leider der typische, mexikanische Brauch des Dia de Muertos vom kommerziell veranlagten Halloween aus den USA mit seinen Kürbisköpfen und Kostümpartys ein wenig entzaubert. Nichtsdestotrotz ist der Tag der Toten eines der grössten und bedeutendsten Volksfeste in Mexiko. Die Art und Weise der Festlichkeiten mag uns befremdlich erscheinen, doch schlussendlich geht bei diesem traditionellen Brauchtum vor allem darum, den Toten zu gedenken und ihnen die Ehre erweisen. Es lebe der Tod!

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Hurrikan Jova an Mexikos Pazifikküste

Hurrikan Jova an der Pazifikküste von Jalisco im Westen Mexikos
(Bildquelle: wikipedia.com)

Wirbelsturm Jova bedroht Mexiko

In den letzten Tagen hat sich über dem Pazifischen Ozean vor der Küste Mexikos ein starker Wirbelsturm entwickelt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometer pro Stunde traf der Hurrikan Jova nördlich der Hafenstadt Manzanillo an der Küste von Jalisco auf Land.

Die mexikanischen Behörden hatten bereits im Vorfeld für diesen Abschnitt der Westküste einen Hurrikan-Alarm ausgegeben. Die Meteorologen erwarten mit den starken Niederschlägen auch Erdrutsche und lokale Überschwemmungen.

Der Tropensturm Irwin befindet sich ebenfalls vor der mexikanischen Pazifikküste. Nach den vorliegenden Prognosen wird er jedoch nicht das Festland erreichen.

Bei geplanten Reisen in diese Region sollte man unbedingt die aktuellen Sicherheitshinweise verfolgen und die Entwicklung der Zugbahnen von Hurrikan Jova und dem Tropensturm Irwin beobachten.

Mexiko erlebt immer wieder übermächtige Naturgewalten, Erdbeben kommen sehr häufig vor oder auch Vulkane sind noch aktiv, wie vor kurzem der Vulkan Popocatépetl.

---

Dienstag, 11. Oktober 2011

Reisehinweise-Sicherheitshinweise

Reisen und Tourismus in Mexiko
Die aktuellen Reisehinweise beachten und einen
unbeschwerten Urlaub in Mexiko geniessen
(Fotoquelle: Facebook von visitmexico.com)

Aktuelle Situation zum Reisen in Mexiko

Kampf gegen die organisierte Kriminalität
Mexiko macht in den letzten Monaten oft negative Schlagzeilen wegen dem dort waltenden Krieg gegen die Drogenkartelle. Seit dem Amtsantritt des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón im Jahre 2006, bekämpft der Staat die organisierte Kriminalität mit Militär und Polizei in einer gross angelegten Offensive. Zwar liest man immer wieder von spektakulären Festnahmen von wichtigen Köpfen der Drogenkartelle, jedoch tauchen ständig neue Organisationen mit neuen Bossen auf und eigentlich entschärft sich die Lage nicht unbedingt.
Diese Auseinandersetzungen erfolgen zwischen den rivalisierenden Drogenbanden sowie zwischen Sicherheitskräften und Drogenbanden. Selten werden auch unbeteiligte Personen und Touristen in Mitleidenschaft gezogen.

Reisen in Europa und Mexiko
Natürlich sollten vor einer Reise die aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes Deutschlands oder die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten konsultiert werden, jedoch sollte man sich davor auch nicht abschrecken lassen. Es gibt auch in Europa dauernd einige Unruheherde, wie kürzlich die Krawalle in London, das Drama von Norwegen oder die konstante Gefahr durch die Terroristen der ETA in Spanien und der IRA in Nordirland, um nur einige zu nennen. Sollte man diese Länder nun allgemein vermeiden? Wohl kaum, man kann sie nach wie vor bereisen. Wir glauben mit Mexiko verhält es sich genau gleich. Die durch Arbeitslosigkeit und Migration leidenden Aussenbezirke in Paris sind für Touristen genau gleich Taboo wie die Vorstädte von Mexico City, eine Rolex am Handgelenk ist in der Untergrundbahn von Prag gleich gefährdet wie in einem Bus in Guadalajara.


Aktuelle Sicherheitshinweise und Reisehinweise
Momentan sollten allerdings Reisen in den Norden Mexikos vermieden werden, insbesondere in die Grenzregionen zu den USA, welche aber schon seit je her einen speziellen Status hatten. In Zentralmexiko gelten die abgelegenen Gegenden in Michoacán und Guerrero als Drogen-Anbaugebiete. Die durch Armut geprägten südlichen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas haben ebenfalls ein höheres Sicherheitsrisiko.

Gesunder Menschenverstand für unbeschwertes Reisevergnügen
Also man kann in Mexiko nach wie vor auf eigene Faust Reisen unternehmen oder in den bekannten Badeorten seinen Strandurlaub verbringen. Gesunder Menschenverstand kombiniert mit einer gewissen Wachsamkeit verhelfen zu einem unbeschwerten Reisevergnügen.

Jahr des Tourismus
Immerhin hat auch der mexikanische Präsident Felipe Calderón, das Jahr 2011 zum "Jahr des Tourismus" gekürt, mit der diesjährigen Austragung der Panamerikanischen Spielen in Guadalajara als einen der touristischen Höhepunkte.

 
---

Samstag, 1. Oktober 2011

Panamerikanische Spiele in Mexiko

Panamerikanische Spiele in Guadalajara - Mexiko
Die Panamerikansichen Spiele 2011 finden in der mexikanischen Stadt
Guadalajara statt (Fotoquelle: Offizielle Homepage Guadalajara 2011)

Riesiges Sportfest in Guadalajara

Die Juegos Panamericanos oder Panamerikanische Spiele, sind eine Art Olympische Spiele für den amerikansichen Kontinenten, von Kanada, den USA und Mexiko in Nordamerika, über die kleinen Staaten in Zentralamerika, die Inselstaaten in der Karibik und ganz Südamerika. Es haben sich Athleten aus 42 Länder in 36 verschiedenen Disziplinen angemeldet. Der Wettbewerb wurde erstmals 1951 in Buenos Aires in Argentinien ausgetragen und dann im 4-Jahres-Rhythmus in etlichen Städten, unter anderem schon zweimal in Mexiko-City und nun ist Guadalajara der stolze Austragungsort im 2011.

Die Panamerikanischen Spiele werden also vom 14. bis 30. Oktober 2011 in Guadalajara stattfinden, der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, im Westen Mexikos. Die Millionenstadt Guadalajara bietet natürlich schon zahlreiche erprobte Sportstätten, unter anderem das Estadio Omnilife für die Eröffnungsfeier und Schlusszeremonie der Spiele. Jedoch musste auch kräftig in neue Sportstadien investiert werden, wie zum Beispiel in einen neuen Schwimmkomplex und das polemische Leichtathletikstadion. Nur bei den städtischen Transportmittel wird es zu einem echten Härtetest kommen, versinkt die Metropole ohne nennenswertes U-Bahn-Netz doch jetzt schon im Verkehrschaos, wird sich zeigen wie die Situation während den Spielen gemeistert wird.

Nun so kurz vor dem sportlichen Grossereignis spürt man die Nervosität und auch die riesige Vorfreude in Guadalajara, bei den Veranstaltern, Sponsoren, Sportfans und auch bei den über 8'000 freiwilligen Helfern. Auf der offiziellen Facebook Seite von Guadalajara 2011 haben schon rund 235'000 auf den "I like-Knopf" gedrückt und die regen Diskussionen zeigen das sportliche Interesse der Mexikaner. Für etliche Veranstaltungen können immer noch Tickets beschaffen werden, was wir sicher jedem ans Herz legen können, falls du als Reisender in dieser Zeit in Mexiko unterwegs sein solltest und natürlich den Blog-lesenden Expats.

---