Wahlen
2012 – Mexikanischer Fruehling
Kurz
vor den Präsidenschaftswahlen in Mexiko am 1. Juli macht sich ein
erheblicher Widerstand gegen einen möglichen Wahlsieg von Enrique Peña Nieto, dem Kandidaten der Partei Partido Revolucionario
Institucional (PRI)
bemerkbar. Die intellektuelle Elite des Landes und die Studenten
mobilisieren sich per Facebook, Twitter und anderen online Medien und
rufen zu Demonstrationen gegen Enrique Peña Nieto auf. Vor einer
Woche gingen so Tausende Leute auf die Strasse in Mexiko-Stadt und
weiteren Städten der Republik. Die Facebook Bewegung wie zum
Beispiel yosoy132 und Revolución Conciencia scharren Tausende
Sympathisanten hinter sich und verschaffen sich unter anderem mit einer Kampagne von mexikanischen Kulturschaffenden wie Carlos Fuentes, Lydia Cacho, etc.
"
Da
haben wir die PRI (Partido Revolucionario Institucional), den
Dinosaurier, die Regierung welche aus irgendwelchen Gründen das Land
so zurückgelassen hat wie es ist. Jetzt sind sie zurück und das
erscheint mir furchterregend."
Gael Garcia Bernal, Schauspieler
"Ich
möchte nicht daran denken, dass Enrique Peña Nieto das
Präsidentenamt übernimmt... er ist nicht bereit Präsident zu
werden."
Carlos
Fuentes, Schriftsteller
"Die
Frauen löscht er ganz einfach wie eine Statistik. Er zeigt kein
Interesse für die Anliegen der Frauen."
Lydia
Cacho, Journalistin und Aktivistin für Menschenrechte
"Enrique
Peña Nieto hat nicht das Recht das Land mit seiner Ignoranz zu
versenken."
Elena
Poniatowska, Journalistin und Schriftstellerin
"Enrique
Peña Nieto darf nicht Präsident werden. Wir werden den Kampf
aufnehmen, mit zahlreichen Kulturschaffenden."
Paco
Ignacio Taibo II, Schriftsteller
Alternative Präsidentschaftskandidaten
Rundum
ein ziemlich interessanter Fakt, dass in Mexiko die Wähler sich
gegen einen Kandidaten erheben, statt durch ähnlich Aktionen sich
für einen alternativen Präsidentschaftskandidaten einzusetzen. Mit
Andrés Manuel Lopez Obrador hätte es durchaus einen erfahrenen
Politiker aus dem linken Lager, mit unterschiedlichen Ansätzen das
Land zukünftig zu regieren. Doch die Wahlumfragen räumen AMLO, wie
er durch die Initialen abgekürzt genannt wird, nur eine kleine
Chance ein. Die erste Frau als Präsidentschaftskandidatin, Josefina
Vázquez Mota, vom Partido Acción Nacional (PAN), kommt auch nicht
so richtig vom Fleck in ihrem Wahlkampf und zählt zwischenzeitlich
auf weniger Stimmen als AMLO.
Schaffen
die sozialen Netzwerke eine Art mexikanischen Frühling zu kreieren,
wie das in der arabischen Welt der Fall war? Können diese
Internet-Bewegungen mit Facebook und Twitter die Meinung des
mexikanischen Volkes in den letzten beiden Wochen vor den Wahlen am 1. Juli doch
noch kippen?