Donnerstag, 20. September 2012

Arbeiten und Leben in Mexiko-Stadt

Architektur im boomenden Stadtteil Polanco in Mexiko-Stadt.
(Bildquelle: skyscrapercity.com)


Architekt Thomas Stark im Interview
   
Thomas Stark ist erst 23-jährig, hat als Architekt aber bereits Fuss gefasst in Mexico City. In der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes gibt es eine gewaltige Anzahl von Bauprojekten und als mittelgrosses Architekturbüro kann sich Thomas Arbeitgeber immer wieder interessante Projekte angeln. Zurzeit beschäftigt er sich mit einem Büro- und Geschäftskomplex im nordwestlich der Hauptstadt gelegenen Stadtteil Polanco, welchen er entworfen hat und nun dem Baubeginn im Herbst 2012 entgegen fiebert. Bescheiden sagt er: "Im Verhältnis zum ganzen Projekt ist mein Beitrag klein." Und es werde ihm von dern Verantwortlichen auch laufend über die Schulter geschaut. Dennoch meint er: "Ich bin erstaunt darüber, wie viel Vertrauen und Freiheit ich geniesse nach nur etwa 9 Monaten in Mexiko."
  
Und wie steht es mit der Sicherheit zum Leben in Mexiko? Er spüre zwar unter den Mitarbeitern eine gewisse Unzufriedenheit mit der derzeitigen, schwierigen Situation, welche das Land erschüttert. Jedoch müsse man in der Hauptstadt sowieso auf der Hut sein, wie wahrscheinlich in jeder anderen grossen Stadt dieser Welt auch.
  
Für den Moment scheint er die richtige Arbeitsstelle in Mexiko gefunden zu gaben. Es sei eine tolle Erfahrung, gekoppelt mit einer grossen Herausforderung hier mitzuarbeiten. "Ich investiere konsequent täglich eine Stunde in meine Spanisch-Kenntnisse, drei mal pro Woche in einer Sprachschule im Einzelunterricht mit einer mexikanischen Lehrerin." Die Sprache sei das A und O um auch längerfristig erfolgreich zu sein.
  
Und doch kommt das Leben nach Feierabend und an den Wochenenden nicht zu kurz. Er unternehme mit einem weiteren deutschen Expat regelmässig Ausflüge in die Umgebung von Mexiko-Stadt. Sein Traum jedoch ist eine Reise durch die wüstenartige Baja California im Norden des Landes.
  

Montag, 3. September 2012

Isla Mujeres Inselparadies in der Karibik

Strand auf der Isla Mujeres
Strand auf der Karibikinsel Isla Mujeres, die Insel
der Frauen, vor der Küste von Cancún.
(Bildquelle: Flickr, Fotograf: kanoahelms)

Fraueninsel in der mexikanischen Karibik
  
Nördlich der grossen Tourismusdestination Cancún, wunderschön vom Karibischen Meer umspült, liegt die Isla Mujeres (Fraueninsel). Früher sollen angeblich viele Frauen hierher gepilgert sein, zu einem Heiligtum weiblicher Gottheiten der Maya-Kultur, daher der von den Spaniern vergebene Name.
  
Von einem Geheimtipp der Rucksackreisenden in den 1970er und 1980er Jahre hat sich die touristische Infrastruktur zwischenzeitlich markant gewandelt. Es stehen den Besuchern mittlerweile über 30 Hotels in allen Preissegmenten zur Verfügung, welche bei vielen Reiseveranstaltern und online Buchungsplattformen gebucht werden können. Ausserdem ist die Insel der Frauen ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber aus dem nahe gelegenen Cancún. Von Puerto Juarez gleich bei der Metropole Cancún, fahren Schnellboote der Transportfirma Ultramar im Halbstundentakt auf die Insel. Die Überfahrt dauert rund 25 Minuten. Zudem fährt Ultramar von der Playa Tortugas in der Hotelzone von Cancún stündlich zur Isla Mujeres.
  
Im Gegensatz zu Cancún geht es auf der karibischen Insel Isla Mujeres relativ gemächlich zu und her. Doch findet man im kleinen Hauptort auch einige Einkaufs- und Ausgangsmöglichkeiten mit ausgezeichneten Restaurants und unterhaltsamen Bars.
   
Der beliebteste Strand auf der Insel ist die Playa del Norte am Ortsrand des Städtchens mit feinem Sandstrand, türkisblauem Meer und gemütlichen Strandbars. Zum Tauchen und Schnorcheln anerbietet sich ein Ausflug in den El Garrafon Reef Park, an der zerklüfteten Südspitze der Insel. Eine weiterer Tipp für Taucher ist der Unterwasser Skulpturenpark des britischen Künstlers Jason de Caires Taylor. Vor der Küste der Isla Mujeres wurden rund 400 lebensgrossen Figuren ins Wasser gelassen, welche nun von Booten oder eben besser tauchend besichtigt werden können.
   

Dienstag, 14. August 2012

Gael Garcia Bernal Goldener Leopard

Der mexikanische Schauspieler Gael Garcia Bernal
Gael García Bernal wurde am Internationalen Filmfestival
von Locarno mit dem Goldenen Ehrenleoparden geehrt.
(Bildquelle: Facebook Gael Garcia Bernal)

Mexikanischer Schauspieler geehrt
 
Während sich die mexikanischen Athleten an den Olympischen Sommerspielen in London schwer taten Preise zu gewinnen, hat der mexikanische Schauspieler Gael Garcia Bernal beim Internationalen Filmfestival von Locarno einen Goldenen Ehrenleoparden gewonnen.
  
Die kleine Stadt Locarno liegt idyllisch am Lago Maggiore in der südlichen Schweiz. Das Filmfestival von Locarno hat sich als eines der wichtigsten Kinoereignisse etabliert. Die abendlichen Vorführungen werden auf der hübschen Piazza Grande unter freien Himmel präsentiert, auf einer der weltweit grössten Leinwände und bestimmt einer der schönsten Kinosäle überhaupt. "Es ist unglaublich für mich hier zu sein und diesen Preis des Goldenen Leoparden zu bekommen", meinte der sympathische Filmstar anlässlich der Veranstaltung.
     
Sein neustes Werk ist "No" von Pablo Larrain, in dem er einen Publizisten verkörpert, welcher nach dem Sturz des chilenischen Diktators Augusto Pinochet aus dem mexikanischen Exil heimkehrt. Der Film wurde ebenfalls am Filmfestival in Locarno präsentiert.
  

Mittwoch, 8. August 2012

Olympische Sommerspiele London


Der mexikanische Athlet Jose Carlos Herrera im 200 m Lauf
an den Olympischen Sommerspiele 2012 in London.
 
Sportlicher Kampf um Olympia-Medaillen

Die Olympischen Sommerspiele 2012 in London sind in vollem Gange. Nach einer pompösen Eröffnungsfeier im Olympiastadion von London mit 15'000 Statisten unter dem Motto "Insel der Wunder", kämpfen nun vom 27. Juli bis 12. August über 10'000 Athleten um olympische Medaillen.

Die mexikanische Olympia-Delegation besteht aus rund 100 Sportlern welche sich in 23 verschiedenen Sportarten mit der internationalen Konkurrenz messen.

In den Disziplinen Wasserspringen und Bogenschiessen konnten die Athleten bereits ruhmreiche Medaillen für Mexiko gewonnen:

30. Juli - Silbermedaille
Wasserspringen/Synchronspringen, 10 m
Ivan Garcia und German Sanchez

31. Juli – Silbermedaille
Wasserspringen/Synchronspringen, 10 m
Paola Espinosa und Alejandra Orozco

2. August – Silbermedaille
Bogenschiessen
Aida Roman

2. August – Bronzemedaille
Bogenschiessen
Mariana Avitia

5. August - Bronzemedaille
Wasserspringen, Sprungbrett 3 m
Laura Sanchez

Auch das mexikanische Fussballteam wird bestimmt eine Medaille holen. Nach einer eher durchzogenen Vorrunde gewann die Mannschaft von Coach Luis Fernando Tena den Halbfinal gegen Japan und wird am 8. August gegen Brasilien das Finalspiel des olympischen Fussballturniers bestreiten.
 

Mexiko-Stadt war im Jahre 1968 Gastgeber der olympischen Sommerspiele. Gerüchte über eine erneute Kandidatur als Austragungsort flammen immer wieder auf. Lassen wir uns überraschen, ob es tatsächlich soweit kommt.
 
Übrigens gibt es auch eine Art Olympische Spiele für den amerikanischen Kontinenten, die Juegos Panamericanos oder Panamerikanischen Spiele, welche 2011 in Guadalajara ausgetragen wurden. Mexiko belegte dort im Medaillenspiegel nach den USA, Kuba und Brasilien den vierten Platz. 
   


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12. August 2012, Nachtrag nach dem Abschluss der Olympiade:

Mexiko hat es geschafft! Die mexikanische Olympia-Auswahl hat im Wembley-Stadion das favorisierte Brasilien entzaubert und das Finalspiel 2:1 gewonnen. Als Matchwinner avancierte Oribe Peralta, der Stürmer des nordmexikanischen Vereins Santos Laguna erzielte beide Treffer. Dieser Triumph und die somit einzige Goldmedaille der mexikanischen Delegation, wurde in der Heimat frenetisch gefeiert. Tausende von Fussball-Fans pilgerten mit Fahnen und weiteren Fanartikel traditionsgemäss zum "Angel de la Independencia" in Mexiko-Stadt, Autos, Busse und auch die klassischen Volkswagen Käfer Taxis hupten non-stop in einem riesigen Freudentaumel. 

Zudem hat sich noch eine weitere Bronzemedaille ergeben:
11. August - Bronzemedaille
Taekwondo, +67 kg
Maria del Rosario Espinoza

Alles in allem für die Grösse Mexikos mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern sicher eine durchzogene Leistung der Athleten. Jedoch ist es die beste Ausbeute der letzten Olympischen Spielen.

2012 London: 7 Medaillen
2008 Peking: 3 Medaillen
2004 Athen: 4 Medaillen
2000 Sydney: 6 Medaillen
   

Samstag, 21. Juli 2012

Tauchen in der Karibik von Mexiko

Tauchen in der Karibik von Mexiko
Tauchen im Karibischen Meer auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko
(Bildquelle: padi.com)

Tauchrevier an der mexikanischen Riviera Maya
  
An der mexikanischen Küste der Karibik, an der Riviera Maya auf der Halbinsel Yucatán, befindet sich eines der spektakulärsten Tauchgebiete der Welt. Hier entfaltet sich das grösste Riff der Nordhalbkugel, das Grosse Maya Riff. Die einmalige Unterwasserwelt ist voll von farbenprächtigen Korallengärten und vielfältigen Fischarten. Die das ganze Jahr über angenehmen Wassertemperaturen von gegen 25 Grad, sorgen für beste Bedingungen zum Tauchen und Schnorcheln. Tauchen in Mexiko erfreut sich einer grossen Beliebtheit – vom "Fluch der Karibik" gibt es kein Entkommen.
  
Tauchbasen gibt es in etlichen Strandorten entlang der Küste. Bekannt ist die Isla Mujeres mit ihren Meereshöhlen, wo sich auch Haie aufhalten und beobachten lassen. Ein beliebtes Tauchrevier befindet sich in der Bucht von Akumal, etwa eine Stunde südlich von Cancún, mit seinem kristallklaren Wasser und reichhaltiger Unterwasserflora und -fauna. Von Playa del Carmen aus gelangt man mit kurzen Bootsfahrten zu zahlreichen top Tauchspots. Die türkisfarbene Lagune von Xel-Há ist wie ein riesiges natürliches Aquarium. Das Palancar-Korallenriff vor der Insel Cozumel bietet traumhafte Tauchplätze mit Steilwänden, Tunneln und Höhlen und ist wahrscheinlich das attraktivste Tauchgebiet in ganz Mexiko und der ganzen Karibik. Oder wie wäre es mit einer Tauchexpedition zu den Wracks spanischer Galeonen vor der Küste der Riviera Maya?
  
Nicht verpassen darf man die Tauchgänge in den Cenoten. Ein Cenote ist ein Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Wasser gefüllt ist. Die Halbinsel Yucatán wird durch ein riesiges System von unterirdischen Flüssen durchzogen, welche die Cenoten verbinden. Für diese einmaligen Tauchgänge wird kein spezieller Tauchschein benötigt, so lange man sich in der Kaverne aufhält und nicht effektiv in die Unterwasserhöhlen eindringt.
  
Etliche Tauchzentren entlang der Riviera Maya betreiben auch Tauchschulen mit PADI (Professional Association of Diving Instructors) zertifizierten Kursen für jedes Können und versorgen ihre Schüler auch mit der nötigen Ausrüstung.
  

Montag, 2. Juli 2012

Enrique Peña Nieto neuer Präsident

Enrique Peña Nieto
Enrique Peña Nieto ist der neu gewählte Präsident von Mexiko

Mexikos politischer Richtungswechsel
 
Enrique Peña Nieto hat erwartungsgemäss die Präsidentenwahl in Mexiko gewonnen, mit rund 38% der Stimmen. Er wird somit am 1. Dezember 2012 die Nachfolge von Präsident Felipe Calderón übernehmen und beendet die zwölfjährige Regierungszeit des Partido Acción Nacional (PAN). Nun ist die Partido Revolucionario Institucional wieder an der Macht, diejenige Partei welche sieben Jahrzehnte als „demokratische Diktatur“ der Inbegriff für Korruption, Vetternwirtschaft, eingeschränkter Meinungsfreiheit, Unterdrückung und Wahlbetrug war. Die Mexikaner entschieden sich an diesem Wahltag, dem 1. Juli 2012, für Peña Nieto und für den Weg zurück in die Vergangenheit.
 
Der 45-jährige Anwalt Peña Nieto möchte der Partei zu einem neuen, frischen und jugendlichen Image verhelfen, er verspricht eine bessere Zukunft für Mexiko, mit einer modernen und effizienten Regierung.
   
Der härtester Widersacher von Peña Nieto, der linksgerichtete Präsidentschaftskandidat Andrés Manuel Lopez Obrador (Partido de la Revolucion Democrática, PRD) erreicht rund 32% der Stimmen.
  
Für die Niederlage der PAN und deren Kandidatin Josefina Vázquez Mota (25% Wählerstimmen), wird der anhaltende Drogenkrieg in Mexiko verantwortlich gemacht. Seit der Amtsübernahme von Felipe Calderón im Jahre 2006 hat der Konflikt und die Eskalation der Gewalt zu mehr als 50'000 Todesopfer geführt. Die mexikanischen Wähler trauten der konservativen Partei schlicht nicht mehr zu, die Drogengewalt und die soziale Ungleichheit in den Griff zu bekommen.